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  • Amtliche Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

    Mediziner, die Privatpatienten behandeln, rechnen nach dem GOÄ ab. Diese Gebührenordnung wird durch die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates erlassen und beinhaltet Mindest- und Höchstbeträge für die Gebühren ärztlicher Leistungen. Nach dem GOÄ können auch Leistungen für gesetzlich versicherte Patienten abgerechnet werden, wenn diese nicht zum Spektrum der gesetzlichen Krankenversicherung gehört. Beispiele dafür sind die Impfberatung für private Auslandsreisen, Sporttauglichkeitsprüfungen oder zusätzliche Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft. Durch den Gesetzgeber ist den gesetzlich Versicherten die Möglichkeit gegeben, Leistungen im Rahmen der Kostenerstattung in Anspruch zu nehmen. Auch in diesem Fall rechnen die Mediziner nach der GOÄ ab.

  • Äquivalenzprinzip

    Dieser Begriff wird in der Privaten Krankenversicherung verwendet und ist das Gegenstück zum
    Solidarprinzip der GKV. Es bedeutet, dass die Höhe des Beitrags abhängig vom gewünschten
    Leistungsspektrum ist. Dabei existieren unterschiedliche Wahlleistungen wie etwa beim
    Krankenhausaufenthalt, beim Zahnersatz, bei der Erstattung von Heilpraktikerkosten, beim
    Krankentagegeld und beim Krankenhaustagegeld. Bei der Höhe des Beitrags zählen jedoch auch
    das Eintrittsalter, der Gesundheitszustand bei Eintritt und die Höhe des vereinbarten Selbstbehaltes.
    Im Gegensatz zum Äquivalenzprinzip zahlt beim Solidarsystem jeder einen zumutbaren Anteil des
    Gehalts, damit jeder Versicherte gleichermaßen gut versorgt werden kann. Im Gegenzug dazu
    versichert sich in der PKV jeder Versicherte gegen sein eigens Risiko. Diesbezüglich sind in der PKV
    Beiträge für Familienmitglieder zu entrichten.

  • Arzneimittelregress

    Es findet eine Überprüfung der Verordnungen des Mediziners durch die Kassenärztliche Vereinigung
    und die Krankenkassen statt, wenn er seine Richtgröße um einen festgesetzten Wert überschreitet.
    Wird dabei festgestellt, dass es keine guten Gründe für die Mehrverschreibungen gibt, kann dem
    Arzt ein Individualregress drohen. Im Gegenzug dazu existiert der Kollektivregress. Überschreitet
    die Ärzteschaft das Arznei- und Heilmittelbudget ihrer Kassenärztlichen Vereinigung, so musste in
    der Vergangenheit der entsprechende Betrag, soweit dieser noch nicht durch die Individualregresse
    der einzelnen Mediziner abgedeckt war, von der Gemeinschaft der Kassenärzte der Region bezahlt
    werden.

  • Arztdichte

    Dies bezeichnet das Verhältnis von Ärzten zur Gesamteinwohnerzahl. Im Jahr 2010 ist mit 397
    Medizinern je 100.000 Einwohner ein neuer Höchststand bei der Arztdichte erreicht, bundesweit
    wurden 30,8 Prozent mehr Mediziner gezählt als noch im Jahr 1991.

  • Aut Idem

    Fachleute beschreiben mit diesem lateinischen Ausdruck eine Regel bei der Verordnung von
    Arzneimitteln. Übersetzt heißt dieser Ausdruck: „Oder das Gleiche“. Wird ein Medikament aut idem,
    verschrieben, so weiß der Apotheker, dass er auch ein anderes Medikament mit demselben Wirkstoff
    abgeben kann, das aber am Ende weniger kostet. Bis Februar 2002 erlaubte der Arzt dies nur dann,
    wenn er auf dem Rezept neben dem Medikament ein Kreuz machte. Die Neuerung vom 1. März
    2002 besagt, dass der Arzt dann ein Kreuz auf dem Formular machen muss, wenn er aut idem
    ausschließen möchte. Die Aut-idem-Verschreibung ist künftig die Regel, das Beharren auf genau dem
    verordneten Medikament ist Ausnahme.

  • Bedarfsplanung

    Da die Krankenkassen sind nicht in der Lage sind beliebig viele Ärzte zu honorieren, existiert eine
    Festlegung, dass sich in den Gebieten nur eine bestimmte Anzahl von Medizinern einer Fachrichtung
    niederlassen darf. Die Zahlen werden auf der Grundlage der Versorgungssituation am 31. Dezember
    1990 festgesetzt. Betreute damals ein Augenarzt 300 Versicherte, so wird heute noch das Verhältnis
    1:300 zugrunde gelegt. Ein Bereich gilt als geschlossen, wenn 1,1-mal so viele Mediziner sich in der
    Region niedergelassen haben wie damals.

  • Belegarzt

    Als Belegärzte werden Mediziner bezeichnet, die ein paar Betten in einem Krankenhaus mit ihren
    Patienten belegen können. Sie gelten somit nicht als Angestellte des Krankenhauses und dürfen die
    stationäre Tätigkeit nicht zum Schwerpunkt ihrer Arbeit machen. Jedoch müssen sie aber dafür Sorge
    tragen, dass sie genug Zeit für die Krankenhausbehandlung zur Verfügung haben. Der Vorteil für die
    Patienten liegt darin, dass Sie stationär auch von dem ihnen vertrauten Arzt behandelt werden.

  • Beratungszuschlag

    Der Beratungszuschlag bezeichnet das seit 2004 einheitliche Abgabehonorar für Apotheker,
    wenn sie ein Medikament verkaufen. Dieser beträgt 8,10 €. In der Vergangenheit verdienten
    die Apotheker umso mehr, je teurer das Medikament war. Das ist nun nicht mehr der Fall.
    Vom Apothekeneinkaufspreis fallen nur noch drei Prozent Zuschlag neben dem pauschalen
    Abgabehonorar an. Für die Apotheker ergeben sich einige Vorteile, wenn sie ein günstigeres
    Medikament mit demselben Wirkstoff abgeben. Der Kunde kann wahres Geld sparen. Ein zufriedener
    Kunde kommt gern in Apotheke zurück, wenn er ein neues Medikament braucht. Durch den
    Beratungszuschlag wurden viele Medikamente teurer.

  • Bewertungsausschuss (Erweiterter Bewertungsausschuss)

    Dem Bewertungsausschuss gehören jeweils drei von den KBV und dem Spitzenverband Bund der
    Krankenkassen benannte Mitglieder an. Den Vorsitz wird abwechselnd von einem Vertreter der Ärzte
    oder einem Vertreter der Krankenkassen geführt. Der erweiterte Bewertungsausschuss wird dann
    einberufen, wenn im Bewertungsausschuss durch übereinstimmenden Beschluss aller Mitglieder
    eine Vereinbarung über den Bewertungsmaßstab ganz oder teilweise nicht zustande kommt.
    Auf das Verlangen mindestens zweier Mitglieder wird dann der Bewertungsausschuss um einen
    unparteiischen Vorsitzenden und zwei weitere unparteiische Mitglieder erweitert, von denen jeweils
    ein Mitglied von der KBV und ein Mitglied vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen benannt
    wird. Durch den Bewertungsausschuss wird der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) beschlossen.

  • BIC (Business Identifier Code)

    BIC steht für Business Identifier Code (ehemals auch Bank Identifier Code) und ist international standardisiert sowie vergleichbar mit der Bankleitzahl in Deutschland. Der BIC, oftmals auch noch als SWIFT-Code bezeichnet, wird neben der IBAN als zweites Identifikationsmerkmal für die jeweils kontoführende Bank zur Weiterleitung von Zahlungen benötigt. Mit dem BIC können weltweit Kreditinstitute eindeutig identifiziert werden. Der BIC ist entweder 8 oder 11 Stellen lang. An der fünften und sechsten Stelle ist ein Länderkennzeichen zu finden (zum Beispiel DE für Deutschland).

  • Bundesarztregister

    Für jeden Zulassungsbezirk wird durch die Kassenärztlichen Vereinigungen ein Arztregister geführt.
    Die Eintragung in dieses Arztregister ist die Voraussetzung für die Zulassung als Vertragsarzt. Bei der
    Kassenärztlichen Bundesvereinigung wird das Bundesarztregister, welches eine Zusammenstellung
    des Inhalts aller Arztregister in der Bundesrepublik darstellt, geführt.

  • Bundesmantelvertrag (BMV)

    Um die Rechtsbeziehungen zwischen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und gesetzlichen
    Krankenkassen zu gestalten, wird durch den Gesetzgeber ein zweistufiges Vertragssystem
    vorgeschrieben. Im Bundesmantelvertrag wird zunächst durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung
    (KBV) und durch den Spitzenverband Bund der Krankenkassen der allgemeine Inhalt der
    Gesamtverträge vereinbart. Der Inhalt dieses Vertrages ist zugleich Bestandteil der Gesamtverträge,
    die in einem zweiten Schritt auf Landesebene vereinbart werden. Es wird durch die KVen mit den
    Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen Gesamtverträge abgeschlossen. Der BMV beinhaltet beispielsweise den Einheitlichen Bewertungsmaßstab, Vereinbarungen zur
    Qualitätssicherung den Umfang der Leistungen in der ambulanten Medizin, die Richtlinien des
    Gemeinsamen Bundesausschusses sowie Einzelheiten über die Abrechnung ärztlicher Leistungen.

  • Diagnosis Relates Groups (DRG)

    Übersetzt bedeutet es „diagnosebezogene Fallgruppen“ und ist die Grundlage für ein
    leistungsorientiertes Vergütungssystem im Krankenhaus. Die Behandlungsfälle werden nach
    definierten Kriterien (Diagnosen) zu Fallgruppen zusammengefasst. Die Preise für die Leistungen
    hängen von den Diagnosen ab und nicht wie in der Vergangenheit von der Liegezeit der Patienten.
    Das Gesetz zur Erfüllung des diagnose-orientierten Fallpauschalensystems, welches 2002 in Kraft
    getreten ist, soll dazu führen, dass durch gleiche Preise für gleiche Leistungen der Wettbewerb
    zwischen Kliniken angeregt und die Behandlungs- und Kostenstruktur transparenter wird. Seit dem 1.
    Januar 2004 existiert für Krankenhäuser die Pflicht zur Einhaltung der DRG und seit 2007 zahlen die
    Krankenkassen landesweit gleiche pauschale Preise für gleiche Leistungen.

  • Disease Management

    Dieser Begriff bezeichnet die Behandlung von Patienten anhand standardisierter Vorgaben, welche
    sich an einzelnen Krankheitsbildern richten. Wird beispielsweise festgestellt, dass ein Patient an
    Diabetes leidet, ergeben sich aus der Diagnose vorgegebene Behandlungsschritte. Dabei spielen
    die individuellen Probleme des Patienten eine untergeordnete Rolle. Durch die Änderung der
    Ausgleichszahlungen unter den Krankenkassen ist dieses Konzept stark in die Kritik geraten. Um
    die chronisch Kranken zu attraktiven Versicherten zu machen, hat der Bundestag beschlossen,
    dass die Krankenkassen in Zusammenarbeit mit den Kassenärzten für sieben Volkskrankheiten
    Disease-Management-Programme entwickeln sollen: Diabetes, Erkrankungen der Herzgefäße,
    Herzinsuffizienz, Asthma, Schlaganfall, Bluthochdruck und Brustkrebs. Die Mehrzahl dieser
    Programme wurden mittlerweile realisiert. Schreibt sich ein Patient in ein solches Programm ein, erhält
    die entsprechende Krankenkasse mehr Geld aus dem Ausgleichstopf. Ab dem Jahr 2009 erhalten
    Krankenkassen lediglich noch eine Verwaltungspauschale für DMP aus dem Gesundheitsfonds.
    Weitere Ausgleichszahlungen unter den Krankenkassen finden nicht mehr statt.

  • Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM)

    Durch den Einheitlichen Bewertungsmaßstab, der in Fachkreisen mit EBM abgekürzt wird, wird ein
    Verzeichnis bezeichnet, wonach ambulante Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung
    abgerechnet werden. Die Leistungen werden durch den Spitzenverband Bund der Krankenkassen
    und die Kassenärztliche Bundesvereinigung definiert. Sie legen auch eine Abrechnungsziffer fest.
    Des Weiterem werden Punktzahlen bestimmt, welche die Relationen der Leistungen untereinander
    festlegen. Für eine Leistung, die mit hundert Punkten bewertet ist, erhält der Mediziner doppelt so viel
    Geld wie für eine, die mit 50 Punkten bewertet ist. Am 1. Januar 2009 trat die aktuellste Fassung des
    EBM in Kraft.

  • Einzelvertrag (Selektivvertrag)

    Der Einzelvertrag wird auch Selektivvertrag genannt und bezeichnet im Gesundheitswesen
    beispielsweise den Vertrag einer Krankenkasse mit einem einzelnen Arzt. Als Nachteil dieser Verträge
    wird gesehen, dass das Versorgungsgeschehen uneinheitlich und unübersichtlich wird. Jedoch liegt
    der Vorteil für die Kassen AOK, Barmer & Co. darin, dass sie sich die ihnen besonders genehmen
    Mediziner aussuchen können.

  • Facharzt

    Facharzt ist die Bezeichnung für einen Mediziner, der nach seinem regulärem Studium eine
    mehrjährige Weiterbildung durchlaufen hat und am Ende eine Prüfung in dem entsprechenden
    Fachgebiet absolvierte. Bis Oktober 2004 wurde die Facharztausbildung in eine 18-monatige AiP-Zeit
    (AiP bedeutet Arzt auf Praktikum) und in eine Zeit als Assistenzarzt gegliedert. Seit der Abschaffung
    des AiP kann man nach dem Studium eine Stelle als Assistenzarzt sofort antreten. Nach mehrjähriger
    beruflicher Tätigkeit und einer erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung kann der Arzt sich als
    Facharzt niederlassen.

  • Fallpauschalen

    Durch die Fallpauschalen soll sichergestellt werden, dass alle Krankenhäuser pro Behandlungsfall
    bezahlt werden. Diesbezüglich gibt es einen Katalog mit 824 Ziffern (sogenannten Gruppen) und
    24 Zusatzentgelten. Die Klinikärzte sind dazu verpflichtet, jeden Patienten einer dieser Gruppen
    zuzuordnen. Es ist nun nicht mehr der Fall, dass bei der Höhe der Bezahlung entscheidend ist, wie
    viele Tage der Patient im Krankenhaus verbracht hatte und mit welchen Mitteln er behandelt wurde.
    Künftig ist die Vergütung innerhalb eines Bundeslandes bei gleichen Behandlungsfällen gleich hoch.
    Durch diese Fallpauschalen soll der Wettbewerb im Gesundheitswesen gestärkt werden.

  • Gemeiner Bundesausschuss (G-BA)

    Seit dem 1. Januar 2004 wird durch den gemeinsamen Bundesausschuss geregelt, auf welche
    Leistungen gesetzliche Versicherte Anspruch haben. Dieser Bundesausschuss wird als „Gemeinsam“
    bezeichnet, da er eine Einrichtung von mehreren Organisationen ist. Der Spitzenverband
    Bund der Krankenkassen und die Deutsche Krankenhausgesellschaft, die Kassenärztliche
    Bundesvereinigung sowie die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung werden als Träger
    angesehen. „Bundesausschuss“ war bereits die Bezeichnung einiger seiner Vorgängergremien.
    Unter anderem existierte ein Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkasse, der festgelegt hat,
    welche ambulanten Leistungen gesetzlich Versicherten zustanden. Das Gremium ist auch in der
    Lage Arznei-, Heil- und Hilfsmittel von der Verordnungsfähigkeit auszuschließen. Mit Einführung
    des Wettbewerbsstärkungsgesetz ist auch das G-BA zum 1. Juli 2008 reformiert wurden. Zu den
    Neuerungen zählen unter anderem, dass alle Sitzungen öffentlich sind und es einen hauptamtlichen
    Vorstand geben wird.

  • Gemeinschaftspraxis (Gemeinschaftspraxen)

    Wirtschaftliche, organisatorische und räumliche Zusammenschlüsse zweier oder mehrerer Ärzte
    zur Ausübung der vertragsärztlichen Versorgung werden als Gemeinschaftspraxis bezeichnet
    und müssen vom Zulassungsausschuss genehmigt werden. Dabei besteht die Möglichkeit einer
    fachübergreifenden Zusammenarbeit, sofern sich die Fachärzte auf ihr jeweiliges Gebiet beschränken
    und die freie Arztwahl der Versicherten nicht eingeschränkt wird. Bei der Abrechnung werden
    Gemeinschaftspraxen von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) als wirtschaftliche Einheit
    behandelt.

  • Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

    Ungefähr 90 Prozent der Bevölkerung sind in einer der über 156 gesetzlichen Kassen (Stand: 2011)
    gegen Krankheitsrisiken abgesichert. Im Sozialgesetzbuch sind die Leistungsansprüche für die
    Versicherten geregelt. Dabei richten sich die Beiträge nach dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt
    des Mitglieds. Der Arbeitgeber führt einen bestimmten Prozentsatz des Gehalts an die Krankenkasse
    ab, einen eben so hohen Betrag zahlt der Arbeitgeber selbst direkt. Seit dem 1. Juli 2005 wird von
    den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ein zusätzlicher Beitragssatz in Höhe
    von 0,9 Prozent der beitragspflichtigen Bruttoeinnahmen erhoben. Gleichzeitig fand eine Senkung für
    die allgemeinen Beitragssätze um 0,9 Prozent statt. Da der allgemeine Beitragssatz auch weiterhin
    hälftig getragen wird, werden die Mitglieder seit der Einführung dieser Regelung also mit zusätzlichen
    0,45 Prozentpunkten belastet. In der GKV existiert die Möglichkeit die Familienmitglieder kostenlos
    mitzuversichern.

  • GKV-Modernisierungsgesetz (GMG)

    Zum 1. Januar 2004 trat das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung in
    Kraft. Dieses Gesetz brachte einige Neuerungen mit sich: Einführung der Praxisgebühr, Streichung
    des Sterbe- und Entbindungsgeldes bzw. Erhöhung der Zuzahlungen für Medikamente. Das
    heißt, dass Patienten nun zehn Prozent des Preises, jedoch nicht mehr als zehn Euro bezahlen
    müssen. Des Weiteren müssen die Patienten die Arzneimittelkosten von bis zu fünf Euro je
    Verordnung komplett selbst übernehmen. Die Krankenkassen zahlen (außer bei unter 18-jährigen
    und stark Sehbehinderten) nichts mehr für eine neue Brille dazu. Bei Krankenhausaufenthalten
    müssen gesetzlich Versicherte zehn Euro pro Tag zuzahlen. Künstliche Befruchtung wird nur
    noch eingeschränkt bezahlt. Apothekenpflichtige Arzneimittel können seit dem 1. Januar 2004
    über den Versandhandel gekauft werden. Weitere Bestimmungen sind: die Gründung des
    Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA; vorher einzelne Bundesausschüsse), die Gründung
    des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), die Einführung
    von Qualitätsmanagement in den Arztpraxen, die Professionalisierung der Vorstände der
    Kassenärztlichen Vereinigungen und der KBV (Haupt- statt Ehrenamt) sowie die Zusammenlegung
    von Kassenärztlichen Vereinigungen (aus 23 wurden 17).

  • Gläubiger-Identifikationsnummer (CI - Creditor Identifier)

    Diese eindeutige Nummer dient bei den beiden neuen SEPA-Lastschriftverfahren dazu, den Gläubiger (Lastschrifteinreicher) genau identifizieren zu können. Um als Lastschrifteinreicher (Inkasso-Einreicher) an einem der beiden SEPA-Lastschriftverfahren teilnehmen zu können, wird diese Kennnummer benötigt. Sie ist in Deutschland zum Beispiel 18 Stellen lang (Beispiel: DE02 ZZZ0 1234 5678 90) und wird von der Deutschen Bundesbank vergeben (www.glaeubiger-id.bundesbank.de).

  • Hausarztmodell (Hausarztvertrag)

    Durch das am 1. Januar 2004 in Kraft getretene GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) müssen die
    Krankenkassen ihren Versicherten eine besondere hausärztliche beziehungsweise hausarztzentrierte
    Versorgung anbieten. Dabei geht der Gesetzgeber von einem Einschreibungsmodell aus. Derartige
    Programme, die die Krankenkassen auf der Grundlage dieser gesetzlichen Regelung entwickelt
    haben, werden als Hausarztmodelle bezeichnet, deren vertragliche Grundlage die Hausarztverträge
    sind. Dabei müssen sich die Versicherten für mindestens ein Jahr einschreiben und dürfen in dieser
    Zeit den Hausarzt nicht wechseln. Der Grundgedanke dieser Programme liegt darin, dass ein Patient
    im Falle eines Gesundheitsproblems nicht gleich einen Spezialisten aufsucht, sondern zunächst zu seinem Hausarzt geht. Der Hausarzt soll den Überblick über das Versorgungsgeschehen seiner
    Patienten behalten. So können Wechselwirkungen von Arzneimitteln schnell erkannt und mithilfe
    einer geänderten Verordnung ausgeschlossen werden. Des Weiteren sollen dadurch unnötige
    Doppeluntersuchungen vermieden werden. Der Versicherte kann für sein diszipliniertes Verhalten mit
    Prämien oder Zuzahlungsermäßigungen durch seine Kasse belohnt werden.

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